Düsselblume

Gärtnern und was mich sonst noch so interessiert...

Sonntag, 12. Oktober 2014

Angewandte gewaltfreie Kommunikation



 
Ein Ohr für empathisches Zuhören

Praktische Anwendung von GfK

Wie und wo wendet man die gewaltfreie Kommunikation (GfK) praktisch an - besonders, wenn ein Konflikt schon ausgebrochen ist?

Ich war bei einem GfK-Tag, um etwas dazu zu lernen, über eine konstruktive Art mit Konflikten umzugehen

Und hier eine Situation:
Es ist verfahren. Man wurde verbal unterschwellig oder direkt angegriffen. Agressionen schlagen einem entgegen.


Und nun?

Nach der Definition der GfK hat dann jemand im Wolfsmodus zu uns gesprochen.

Die GfK arbeitet mit Figuren. Es gibt die Welt der agressiven Wölfe und der einfühlsamen Giraffen.

Jetzt ist die Frage, wie wir es verhindern, unreflektiert in eine innere oder äußere Wolfs-Reaktion überzugehen, in der wir mit Abwehr, Vorwürfen und Verurteilung reagieren?


Erstmal anhalten und Zeit zum nachdenken nehmen

Wenn das Gespräch verfahren ist, ist es zunächst gut, erstmal anzuhalten und eine kürzere oder längere Auszeit zu nehmen - und das einfühlsame Zuhören auf sich selbst anzuwenden, um wieder in eine offene Gefühlslage zu kommen.


 Holzhacken oder....

Die GfK schlägt dazu 4 Schritte vor

Selbstempathie (Giraffen-Ohren für sich selber)

  • man beschreibt für sich die Fakten, die man wahrgenommen hat,
  • dann beschreibt und erlebt man die Gefühle, die man dabei an sich wahrgenommen hat,
  • erkennt dann seine eigenen Bedürfnisse, die man in der Situation gehabt hat und hat ganz viel Liebe und Verständnis für sich selbst 
  • und nennt dann die mögliche Bitte, die man an den Anderen hat oder gehabt hätte. Wenn man das in ausreichendem Maße gemacht hat, ist man wieder in der Lage ein konstruktives Gespräch mit dem Gegenüber einzugehen.

....ein Spaziergang, um Klarheit zu finden


Ein nächstes Gespräch

Wenn ein nächstes Gespräch möglich ist, spiegelt man dem Anderen, was man mit Giraffen-Ohren bei ihm wahrgenommen hat:


Empathisches Zuhören (Giraffen-Ohren für den Anderen)

Man beschreibt die Fakten, die der Andere wahrgenommen hat,
dann beschreibt man die Gefühle, die man beim Anderen wahrgenommen hat,
und nennt das mögliche Bedürfnis des anderen hinter seinen Vorwürfen, und nennt die mögliche Bitte, die er hat.

Das bewirkt, dass der andere sich wahrgenommen fühlt, den Wolfsmodus verlassen kann und eine anderer Gesprächsverlauf möglich ist.

Die Schritte sind also immer das Wahrnehmen der Fakten, das Würdigen der Gefühle, das Formulieren der Bedürfnisse und die daraus resultierende Bitte.

Eine Empathiekette

Eine sehr schöne Idee, die ich vom GfK-Tag mitgenommen habe, ist eine Empathiekette. Das ist eine Telefonliste von Menschen, die man im Konfliktfall anrufen kann.
Ein Gespräch zu führen, in dem jemand die eigene Seite wirklich wahrnimmt und einem hilft, sich aus der Verstrickung zu lösen, ist ein erster Schritt, damit man danach auch wieder Verständnis für die "Gegen"-Partei entwickeln kann.

Weitere Informationen: 

In seinem letzten Newsletter gratuliert das Auditorium Netzwerk Marshall R. Rosenberg, dem Begründer der GfK, zum 80. Geburtstag und schreibt:

"...Das Ziel der Gewaltfreien Kommunikation für Marshall Rosenberg ist befriedigende Beziehungen aufzubauen und zu erhalten, unsere Bedürfnisse zu befriedigen, ohne anderen (verbal) Gewalt anzutun. Deshalb gilt es, schmerzliche Kommunikation zu verändern und Konflikte positiv zu wandeln.
Er geht davon aus, dass Menschen als soziale Wesen zufrieden sind, wenn ihre Bedürfnisse durch Zusammenarbeit und nicht durch aggressives Verhalten erfüllt werden.
Rosenberg nennt unseren "normalen" sozialen Umgangston "Wolfssprache". Sie ist gekennzeichnet durch Analyse, Kritik, Interpretationen, Wertungen, Strafandrohungen, Regeln und Normen usw.
Resultat ist, dass der andere sich schlecht fühlt, wehrt oder ausweicht. Die Wolfssprache provoziert Aggressionen und ist der missglückte Versuch, Bedürfnisse auszudrücken. Die Giraffensprache hingegen ist die Sprache des Herzens.
Ihre Kennzeichen sind: Auf Gefühle zu achten - der Versuch, die Bedürfnisse des anderen herauszufinden - Trennung von Beobachtung und Bewertung - bitten statt fordern - Übersetzung von Angriffen, Vorwürfen, Beleidigungen und Forderungen in Gefühle und Bedürfnisse. Wie verändert man beim Sprechen die "Wolfsattacken" in die "Giraffensprache"?..."


Weitere Einzelheiten über die Gewaltfreie Kommunikation findet man auch hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation

 





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