Düsselblume

Gärtnern und was mich sonst noch so interessiert...

Freitag, 20. April 2012

Pflanzen vorziehen Teil 1 - April 2012

Für die Projekte faszinierend natürlich - natürlich faszinierend und 12 kleine Selbstversorgerschritte aus dem grünen Himmel zeige ich euch, was sich in der letzten Woche erstaunliches auf meiner Fensterbank abgespielt hat.

Nein, das Saatgut war ausnahmsweise nicht aus dem wunderbaren Samentauschpaket, das von Annika auf die Reise geschickt wurde und gerade durch Europa kursiert. Aber daraus habe ich einiges anderes im Anzucht-Versuch.

Hier geht es um eine Wildtomate, die ich letztes Jahr geschenkt bekommen habe. Einige Samen von ihr habe ich für dieses Jahr getrocknet.
Die Wildtomaten gelten als sehr widerstandsfähig. Sie entwickelte sehr viele kleine Tomaten, und, obwohl sie keinen Regenschutz hatte, hat sie keine Tomatenkrankheiten bekommen


Hier zeige ich euch, wie ich die

rote Murmel, eine Wildtomate

auf meiner Fensterbank vorziehe


Ich zeige die Tomate, weil sie ein wenig schneller heranwächst, als der Muskateller-Salbei,  der auch schon gekeimt ist und den ich ja dann auch als Tee verwenden kann, wie beim Projekt 12 kleine Selbstversorgerschritte erwähnt.


Gerade habe ich von einer Gärtnerin gelernt, daß man, um Saatgut zu gewinnen, nie die vom Stiel aus gesehen erste oder auch die letzte Tomate an einer Rispe nimmt, sondern z.B. die zweite. Aus welcher Tomate genau meine Samen stammen, kann ich jetzt leider nicht mehr sagen.

Zunächst wollte ich mir auf dem Friedhof die weggeworfenen Plastiktöpfchen der Primeln und sonstiger Blumen, die dort gerade viel gepflanzt werden, mit dazu passenden Paletten, in die die Töpfe reinpassen, holen.
Der Friedhof, den ich besuchte, hatte aber inzwischen ein anderes Müllkonzept, so daß ich bis in die Tiefen sehr großer Tonnen hätte tauchen müssen, um dort etwas herauszufischen.

Gott sei Dank hat mir die angrenzende Gärtnerei dann Töpfe mit allerdings leider durchlässigen Plastikpaletten dazu geschenkt.
 



Diese Paletten sind praktisch zum Transport, wenn man die vorgezogenen Pflanzen zu Pflanzentauschbörsen o.ä. mitnehmen will.









Als weiteres Zutaten hatte ich das Saatgut, Anzuchterde, Sand und etwas zum gießen.





Um einen Umtopfversuch abzukürzen, wähle ich schon zu Anfang einen relativ großen Topf, den ich nur halb voll mit Anzuchterde fülle (vllt. könnte man hier auch noch abkürzen und es auch ohne Anzuchterde und direkt mit normaler Erde versuchen). Ich drücke die Anzuchterde im Topf fest und gieße sie.

Wenn man Anzuchterde selbst macht, sollte sie aus einem Teil Gartenerde, einem Teil reifem Kompost und einem Teil Sand bestehen.

Ich lege drei Samen rein, so muß ich nachher nur zwei Pflanzen vereinzeln und kann eine Pflanze im Topf lassen und einfach Erde auffüllen.

Dann bedecke ich das ganze mit trockenem Sand. Sand deshalb, weil er sehr gut darüber zu rieseln ist. Eine Faustregel sagt, daß die Samen in Höhe ihrer eigenen Dicke bedeckt sein sollen. Dann drücke ich nochmal alles leicht fest und gieße nochmal leicht an.

Diese Töpfchen versehe ich dann mit Klarsichtfolie, die mit einem Gummi befestigt wird. Zur Belüftung mache ich mit etwas Spitzem drei Löcher in die Folie. Die Töpfe stelle ich dann in etwas hinein, damit ich sie problemlos gießen kann. So kann ich abwarten, bis die Samen keimen.

Sobald sie nach einigen Tagen keimen, mache ich die so entstandenen kleine Gewächshäuser auf.


Hier sind sie, die kleinen Wunder. Für euch sieht es vielleicht aus wie schiefe Kresse, für mich sind sie die hübschesten Tomatenkinder ;-)











Von diesem Stadium an muß ich die kleinen Pflänzchen sehr gut beobachten, damit sie nicht austrocknen und genug Licht haben. Zuerst bilden sich die Keimblätter, die aber im späteren Verlauf wieder absterben.


Auf meiner Fensterbank ist es durch die Sonne, die darauf scheint, im Augenblick sehr warm.
Wenn die Pflänzchen jetzt zu wenig Licht bekommen, wachsen sie zu schnell dem Licht entgegen und kippen dann irgendwann um.



Hier ist ein Pikierholz, das man benutzt, um die Pflanzen zu vereinzeln, sobald sie groß genug dazu sind. Man kann aber auch z.B. einen Bleistift verwenden





Wenn sie ein wenig gewachsen sind, noch bevor oder wenn sie gerade die nächsten Blätter entwickeln, werden sie vereinzelt. Man sagt auch pikieren dazu.




Tomaten werden dabei bis zu den Keimblättern eingepflanzt, weil sie dadurch mehr Stand haben und die Möglichkeit haben auch am Stiel noch Wurzeln zu entwickeln. Beim vereinzeln kürzt man die längste Wurzel ein wenig. Gut angießen nicht vergessen!



 


Jetzt müssen sie neue Blätter entwickeln. Daran kann man sehen, daß sie gut angewachsen sind. Nun stellt man sie bei milden Temperaturen dann schon täglich ein wenig raus, damit sie von leichtem Wind und viel Licht abgehärtet werden.

Aber nicht direkt in die Sonne, sondern zunächst etwas schattig stellen!

Die Zinnien und der Muskateller-Salbei sind schon sehr gut gekeimt. Alles andere läßt sich noch ein wenig Zeit.



Alles Liebe sendet Düsselblume





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