Düsselblume

Gärtnern und was mich sonst noch so interessiert...

Montag, 6. Februar 2012

Sprossen (eine günstige Art sich mit Vitaminen zu versorgen)

Vor einiger Zeit hat uns eine Freundin erzählt, wie sie das mit der Versorgung mit Sprossen so bewerkstelligt.



Ein kleiner Sprossenkurs

Gisela nimmt einen Teil ihrer täglichen Vitamine seit Jahren in Form von Sprossen zu sich.
Genauer gesagt nimmt sie täglich mindestens zwölf Einheiten Obst/Gemüse in verschiedener Form zu sich und ca. 4 bis 5 Einheiten davon sind verschiedene Sprossen.

Da ich ja immer hinter sparsamen und einfachen Ideen her bin, die auch besonders für geldlose und andere Krisenzeiten gut sind (und hier auch noch zusätzlich Vitamine enthalten), habe ich mir ein paar Notizen gemacht:

Die tägliche Pflege des Sprossengartens beträgt ca. 20 Minuten (spülen der Sprossen, ernten etc.). Diese 20 Minuten werden aber in das morgendliche Meditations- und Gesundheitsprogramm integriert.

12 Portionen Obst/Gemüse können z.B. sein:
morgens gibt es
grünen Tee

beim 1. Frühstück gibt es:
1 Portion B O C K S H O R N K L E E
1 Portion  R O G G E N S P R OS S E N
1 Hand voll Kürbiskerne
1 Banane
(das sind 2 Keime und 1 Frucht)


Zum 2. Frühstück gibt es je nach Verfügbarkeit in der entsprechenden Jahreszeit, was das Obst anbetrifft,  z.B.
½ Apfel
1 Pfirsich und sonst
1 Portion M U N G O B O H N E N oder L I N S E N (pro Tag nur eine Hülsenfrucht)
1 heißer Kakao (zählt auch - aber nur, wenn ohne Zucker und sehr stark), evtl. süßen mit Stevia.
1 Portion R A D I E S C H E N - Sprossen oder -Kraut (je nach Reifegrad) auf  (Käse)-Brot

Nachmittags gibt es natürlich auch wieder Sprossen, und zwar
1 Portion A L F A L F A
1 Portion Milchreis mit Pflaumen oder Kirschen

Zum Keimen der Samen nimmt man pro Schale 1 - 2 Eßlöffel. Bei Extremtemperaturen (Hitze/Kälte) eher weniger. Die Keime mögen es hell, aber keine direkte Sonneneinstrahlung. Im Sommer keimen sie doppelt so schnell.

Wenn Sprossen zu weit gekeimt sind, kann man sie gut im Kühlschrank aufheben.




Linsen keimen alle! Man kann sie in jedem Geschäft kaufen (es keimen auch die gut, die nicht aus dem Bioladen sind). Und auch die genauso gut, die unter der Rubrik „zum kochen“ angeboten werden. Es müssen nicht die teureren aus der Rubrik „Sprossen“ sein.
Linsen isst man nur, bis das.1. Keimblatt kommt. Danach nicht mehr, da auch der Geschmack unangenehm wird.

Bohnen keimen nicht so gut, außer Mungobohnen, und die kriegt man z.B. beim Asiaten für 2 Euro/kg.
Linsen und Mungobohnen keimen am einfachsten. Wenn sie zu weit gekeimt sind, kann man sie im Kühlschrank aufheben.

Alfalfa zieht man am besten in einem Gurkenglas vor, da sie zu fein sind, um sie in einem mehrstöckigen Sprossengerät gut zum wachsen zu bringen. Das tägliche Spülen ersetzt man hier durch benetzen mit der Hand ins Glas hinein. Wenn sie eine gewisse Größe haben, kann man sie auf eine Etage des Sprossengerätes umsiedeln.
A. isst man ab dem 7. Tag, im Sommer schon ab dem 5. Tag. Dann sind die Giftstoffe abgebaut. Eine Schale sind 3 – 4 Portionen.

Im Winter geht nur Senf gar nicht. Je wärmer es wird, desto besser gedeiht der Senf.

Bockshornklee ergibt im gekeimten Zustand pro Schale drei Portionen. Beim Inder bzw. Sri Lanka-Mann am Worringer Platz gibt es 400 g Bockshornklee zu 1,99 Euro.
Radieschen isst sie nicht pur, sondern auf Brot mit Käse oder mit Quark und Leinöl oder zur Suppe. Nur R. brauchen bei Hitze abends nochmal eine Spülung.

Roggen ist ganz unkompliziert. Hafer und Weizen schimmelt schnell. Inge, die zu Anfang noch dabei war, hat immer ganz minimalistische Lösungen. Sie keimt viel Roggen und nimmt dazu Gurkengläser. Den Roggen läßt sie über Nacht im Wasser einweichen. Inge praktiziert übrigens Guerilla-Kompostierung. Sie verteilt ihren Kompost dünn unter Büschen und Hecken etc. im Park.

Sonnenblumenkerne keimen 1 – 2 Tage, bilden aber zu viel Schleim. Eine Schale sind 3 Portionen.

Grundsätzlich gilt: alle Samen und Kerne können schon nach dem ersten Tag der Keimung gegessen werden. Eine Ausnahme davon bildet lediglich Alfalfa (auch als Luzerne) bezeichnet, da - wie schon erwähnt - während der ersten Tage der Keimung pflanzeneigene Giftstoffe abgebaut werden müssen.

Das Spülen geht individuell. Die über Nacht gekeimten Samen werden in ein Haarsieb geschüttet und dort gespült und dann wieder in der Schale gut verteilt. Je nach Temperatur und Reifestadium der Pflanze geht es dabei ziemlich individuell zu. Auf jeden Fall wird nicht einfach Wasser in die Schale geschüttet und es dann durchlaufen gelassen.

Im Bioladen holt Gisela Alfalfa und Radieschen (kostengünstig zu kaufen bei DM (Alnatura) – die gibt es da aber nur im Winter.

Sie hat drei bis vier der Sprossentürme und ca. 2 Gurkengläser für Alfalfa in der Küche stehen, mit denen sie jeweils Keime nachzieht, damit sie direkt Nachschub hat, wenn eine Sorte aufgegessen ist. Sie stehen gar nicht so nah am Fenster.

Sprossen keimen ist auch eine Kunst, finde ich.
Und ich stelle fest, daß es zum Teil individuell verschieden ist, welche Sorten bei verschiedenen Menschen besonders gut oder schlecht funktionieren.


Buchempfehlung: Rose-Marie Nöcker Das große Buch der Sprossen und Keime
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